1. June 2005
Eine Bahnfahrt die ist zwar lustig, aber leider nicht unbedingt gut für die Fitness, denn man bewegt sich ja nicht dabei. Glücklicherweise gibt es Deutschlands große – und um die Volksgesundheit bemühte – Supermarktkette Lidl, die die Jagd nach Bahntickets noch um einiges aufregender gestaltet, als es sich selbst der sadistischste Bahnbeamte je ausdenken könnte.
Der Erste Akt ist hinlänglich bekannt: Wer auch nur Minuten nach der Öffnung um 8 versucht hat Tickets zu kaufen, ging leer aus. Ich persönlich war mit dem Fahrrad in zwei Lidl-Filialen: In der Budapester Straße, und in Johannstadt. Umsonst. Immerhin hatten sie Listen, wo man sich eintragen konnte, falls es noch Tickets gibt. Ich trug mich in beiden Filialen für 2 Tickets ein.
Dann kam der Anruf: Die Firma Lidl hätte noch ein Ticket für mich aufgetrieben. In der Bodenbacher Straße. Komisch, ich war nie in der Bodenbacher Straße, habe auch keine Ahnung wo das ist, also Frage ich die freundliche Dame am Telefon ob sie vielleicht die Budapester Straße meint, oder ob se sich gar um die Filiale in Johannstadt handelt. Es sei die Budapester, die hieße halt so. 2 Tage später kam noch ein Brief, 1 Ticket liege ab 1. Juni (heute) in der Bodenbacher Straße.
Leichtgläubig wie ich bin, radel ich also zur Budapester Straße. Seltsame Blicke (“Bahntickets? Hier?”), und der Rat es bei der anderen Filiale zu versuchen waren das Ergebnis. Also rauf aufs Rad, und auf nach Johannstadt. Heisst auch nicht “Bodenbacher Straße” da. Keine Tickets. Aber immerhin der Hinweis, wie ich denn die Bodenbacher Str. finde, denn ich hatte dummerweise keinen Stadtplan dabei. Also weitergeradelt, die Bodenbacher Str. ist etwas außerhalb; in dieser Gegend war ich noch nie. Aber immerhin mein Ticket.
Ich komme also als stolzer Besitzer eines Lidl-Bahntickets nach Hause, öffne – von eineinhalb Stunden Fahrradodyssee erschöpft – meinen Briefkasten und siehe da: Ein Brief von Lidl. Es warten noch zwei Tickets auf mich in der Loschwitzer Straße. In der FIliale war ich auch noch nie. Mal sehen was mich da erwartet. Mein Fahrrad steht bereit.
17. May 2005
Ja, ich lebe noch, und werde auch wieder Zeit finden hier was zu schreiben. Aber erstmal nicht, leider :(
Spätestens zur WWDC gibts hier wieder was zu lesen.
Das Bild zeigt übrigens das Feuerwerk vom letzten Donnerstag, as seen from my window™. Weils auf Flickr komischerweise erst 3x angeklickt wurde, und ich eigentlich finde, dass es gut ist :)
16. April 2005
Heise hat einen kleinen Suchmaschinenwettbewerb ausgerufen, um herauszufinden wie die Dinger denn eigentlich so funktionieren. Da meine Seite bei Google nicht die unbeliebteste ist, probier ich einfach mal wie ich da mitmischen kann.
Wer mir dabei helfen möchte, der verlinkt diesen Artikel einfach mit den Worten “Hommingberger Gepardenforelle”; ewiger Ruhm und ein Link zurück wird ihm gewiss sein :-)
Zur Belohnung gibt es auch noch einen Link zu einem wirklich sehr sehenswerten kleinen Streich New Yorker studenten: Musical in der Mathevorlesung
2. April 2005
Der Papst ist tot.
Ich schätze es hat bisher nur sehr wenige Meldungen gegeben, die sich schneller verbreiteten. Bereits nach Minuten wusste es weltweit jeder, und das verwundert kaum, da seit Tagen mancher Sender nichts anderes tut, als diese Nachricht vorzubereiten.
Der einzige Ort, der von Kameras verschont blieb, war das Zimmer des Papstes selber, jedoch wurde jede noch so kleine Meldung, die aus den päpstlichen Gemächern nach außen drang, von den Medien gierig aufgesaugt und in Newstickern und Liveberichten mit teilweise bizarr fehlbesetzten Korrespondenten verbreitet. Sicher haben die Millionen, die ehrlich um Johannes Paul II. trauern, ein Bedürfnis etwas über das Leiden ihres Kirchenoberhauptes zu erfahren. Doch ging die Berichterstattung der letzten Tage nicht weit über die Befriedigung dieses Bedürfnisses hinaus?
Vor allem die privaten Fernsehsender haben mit ihrer Berichterstattung über den Tod des Papstes und auch über Terry Schiavo die Grenze zwischen Trauer, Information und Voyeurismus sehr stark verwischt.
Als Harald Juhnke zufällig zur selben Zeit starb, da las man überrascht die Meldung “Harald Juhnke ist tot”, und diese Meldung traf plötzlich und unvorbereitet ein. Der Tod einer berühmten Persönlichkeit ist im öffentlichen Interesse, das Sterben nur begrenzt. Und wenn, dann sollte es von den Medien mit Würde und Respekt begleitet werden.
Ich bin nicht katholisch, und halte auch von vielen der päpstlichen Positionen nicht viel – doch mit Karol Józef Wojty?Ça ist einer der ganz wenigen großen Männer von uns gegangen, die diese Zeit hat. Spiegel Online hat einen Nachruf veröffentlicht, der aus der Papst-Berichterstattung heraussticht, und den es sich zu lesen lohnt.
Wenn man die Trauernden im Fernsehen sieht, und manchmal sogar die Moderatoren und Berichterstatter, dann merkt man, dass dieser Papst Millionen von Menschen bewegt hat und ihnen viel bedeutet, und zwar nicht nur als Papst, sondern als Mensch. Er war einer der wenigen ruhenden Punkte in dieser Welt, und da es davon viel zu wenige gibt, schmerzt es, dass er fehlt. Trotz aller Kritik – er hat Ruhe und Frieden verdient.
1. April 2005
Wow, hunderte von Leuten finden mich bei Google unter dem Stichwort “gute Aprilscherze”, da Gerrit vor einem Jahr einen Artikel bei mir geschrieben hat. But nothing’s older than yesterday’s news, und die vielen Besucher gehen alle wieder, ohne gefunden zu haben was sie suchen.
Deswegen werden in diesem Artikel fleissig aktuelle Aprilscherze gesammelt, und ich bitte um Mithilfe mittels E-Mail oder Kommentaren, da ich nicht sehr viel Zeit zum Recherchieren habe heute. Hier ist ein Anfang:
22. March 2005
Vielleicht kommt ja jeder mit seinen Computerproblemen zu mir, in der Hoffnung auf “Gottes PC-Ohren” zu treffen? Vielleicht hätte ich doch Winterurlaub machen sollen, um mein Talent als “Schneegott Pro” unter Beweis zu stellen? Habe ich wirklich schon Leute “totgesprochen”? Oder Sollte ich Dirigent werden, weil meine “Chorgesten top” sind? Sind “Peng! – Echt? So rot?” mögliche letzte Gedanken, wenn man erschossen wird? Und warum habe ich mich in der Mathestunde immer wie “Rechengott’s Po” gefühlt?
Die Antwort auf diese und viele andere Fragen liefert der Internet Anagram Service.
20. March 2005
James is a RSS aggregator that goes beyond the idea of traditional, text-only Newsreaders:
- It will focus on automatic retrieval of enclosed content: Audio will be added to iTunes, photos will be added to iPhoto, Torrent files will be forwarded to a Bittorrent client. Download folders and rules for all sorts of files can be specified.
- Content can be processed: Podcasts can be automatically converted to .m4b (the “audiobook format”) so that they are bookmarkable and show up in the iPods “audiobook”-menu; their ID3-Tags are edited automatically, e.g. their genre is set to “Podcast”. Images can be resized and converted.
- It will integrate seamlessly with iLife.
- James will be easy to use. It has the Look & Feel of an “iApp” and will function like one: Every function will be easy to understand, useful, and shouldn’t bother the user with unnecessary complexity.
- And of course it will be a fully functional conventional RSS-Reader with a lot of useful and surprising functions. But they will be revealed at a later point of time…
This was just a quick overview of some of the planned features. James will be developed in the scope of my diploma thesis that I intend to write on the topic of “automatic content retrieval via RSS” from April 2005. I’ve already developed a conventional newsreader as a prototype, to see how everything works and if I can handle this project. A screenshot of this working prototype can be seen here:

Please feel free to visit the rest of my website. If you are interested in another programming example, you may have a look my raytracer.
20. March 2005
Stefan Niggemeier (ja, genau der Stefan Niggemeier von BILDBlog) hat für die FASZ einmal wieder einen sehr gut geschriebenen und in vielen Aspekten richtigen Artikel geschrieben: Über die Landesmedienanstalten, die planlos und ineffektiv versuchen, das private Fernsehen zu kontrollieren.
Er plädiert aus diesem Grund für die Abschaffung dieser Behörden, denn sie kosten Unsummen (insgesamt 450 Mitarbeiter bundesweit), und Geld haben wir ja bekanntlich keines in Deutschland.
Aber leider übersieht er einen wichtigen Aspekt: Die Landesmediananstalten sind nicht nur Kontrollinstitute, sie werden – zumindest in Sachsen – auch im Sozial- und Bildungsbereich aktiv, durch die Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK). Sie bieten kostenlose (!) und sehr fundierte Kurse zur Medienproduktion, sowohl im Höfunk- als auch im Fernsehbereich an. Die Kurse und die sehr gute Ausrüstung sind für jedermann verfügbar. Ich habe dort alles gelernt, was ich über Filmproduktion und -schnitt weiss, denn was zu dem Thema in meinem Studiengang angeboten wird, ist stark ausbaufähig… Im Rahmen des 120-Stunden-Fortgeschrittenenkurses gab es beispielsweise ein dreitägiges Wochenendseminar über die Geschichte des Filmschnittes, gehalten von einer Cutterin des ARD-Hauptstadtstudios.
Solche Angebote gibt es sicher nicht nur in Sachsen, die anderen Bundesländer haben dafür z.B. offene Kanäle. Es wäre schade, wenn solche Angebote durch die berechtigte Kritik am Sinn der Landesmedienanstalten als Kontrollbehörden Schaden nehmen.
17. March 2005
Der vielversprechendste Filmtrailer seit langem: Sin City. Den Teaser gibts schon länger.
Selbst wenn der Film visuell auch nur halb so brilliant wäre wie seine Trailer, wäre er ein Meilenstein: Es ist die erste Comicverfilmung, die auch aussieht wie ein Comic, mit harten Lichtern und starken, flächigen Kontrasten, so dass man beim anschauen zweifelt, ob das alles nicht vielleicht doch irgendwie gemalt ist. Schwarzweiss, wenige hervorstechende Farben, und ständig scheint es zu regnen. Stilistisch ist es “Quentin Tarantino meets Film Noir”, sowas ist naturgemäß etwas gewalthaltiger, und wird deshalb nicht jedem gefallen, aber es hat Stil und Dichte, was man im Kino in jüngerer Zeit leider viel zu selten zu Gesicht bekam.
Auf der Liste der Regisseure stehen mit Frank Miller (von ihm stammen die Comics), Robert Rodriguez (Desperado, From Dusk till Dawn) und – ja – Quentin Tarantino (als “Guest Director”, was immer das ist) Leute die wissen wie es geht. Besetzung ist auch erste Liga. Story? Abwarten. Aber lange hat kein Film in der Vorschau so kultfilmverdächtig gewirkt wie dieser hier.
Ab 1. April bei den Amis, ab 26. Mai in Deutschland. Schade, denn so werden sich das einige als DivX auf dem heimischen Rechner ansehen, anstatt im Kino, wo man so einen Film eigentlich sehen muss.
12. March 2005
Eben im Fernsehprogramm entdeckt: Arte zeigt die kleine, aber feine Architekturserie »Baukunst« wieder. Heute abend (20:15) läuft schon Folge 3 von 12 über die »Felsenthermen von Vals«.