26. January 2008

Das Fernsehen ist tot

Das ist jetzt nichts Neues. Aber selten wurde es so treffend formuliert, wie von Oliver Kalkofe bei seiner Keynote der Münchner Medientage.

Was er da hält ist keine Keynote, es kommt einer Hinrichtung in Tateinheit mit einer Grabrede gleich. Für alle Zuschauer und speziell für alle, die auch nur entfernt mit dem Machen von Fernsehen zu tun haben: Unbedingt anhören. Und keine Angst vor der Länge: Alles, was nach der ersten halben Stunde kommt, ist eine todlangweilige Paneldiskussion, in der die Programmverantwortlichen versuchen, die durch sie verursachte traurige Realität wieder rosarot einzufärben. Was nur mäßig gelingt, wie jeder leicht feststellen kann, der in der Lage ist, Hirn und Glotze gleichzeitig einzuschalten.

4. January 2008

Of Codices and Codacs

When I studied in Dresden, my “second home” became the newly built library, where apart from the buildings great architecture I could enjoy a tidy desk to work on, free wifi for distraction reseach , a nice cafeteria and countless hours in the sun on the roof of that building, chatting with friends.

But hardly known even to some of the library’s most regular visitors is what lies one storie above the cafeteria, in a special room belonging to the otherwise moderately interesting museum: In the so-called “treasure room” one can find a lot of interesting stuff, among it a 4100 year old stone with writings of the sumerians, handwritten notes by Bach, Schumann or Mahler, a book with sketches on human proportions by Albrecht Dürer or the biggest Manuscript by Martin Luther except for his translation of the Bible. There are some ancient globes and maps, too. But the most interesting and most valuable exposit is an ancient “Book” by the Maya.

This book, known as the Dresden Codex is the best preserved mayan handwriting of only three written documents known today, that still exist of this former cultural empire. It is full of strange symbols, heads and pictures, of which many parts have not yet been decrypted. The Dresden Codex is the only one that is publicly shown, and if you happen to be at the university’s campus you should pay a visit. Normally the treasure room is locked, but if you ask the people at the counter on the entrance two stories down, they open it for you. (there are Cameras, though.)

The funny thing ist, that this is almost unknown in Dresden, and is just a footnote in the extremely big list of cultural sights this city has to offer. Outside of Dresden, and – not surprisingly – in South America, there seems to be a much higher awareness of the treasure that this room holds.

Which brings me to the second thing I wanted to write about, which I discovered today, and which I have yet to fully read: It is a web-comic called Dresden Codak. It is no coincidence that the Comic is named that way, since its name directly derives from the mayan paper in my university’s library.

The comic belongs to the better ones of its kind, and while the storyline did not yet get me, it is in an artistic and stylistic sense very well done. The author, Aaron Diaz, obviously knows his medium very well and plays with the panels and their layout in a very experimental and yet very convincing way. And its style of drawing also looks a lot like it’s been inspired by its 700 year old predecessor…

31. August 2007

Der Klimawandel und die Medien

Zur Abwechslung gibt’s hier mal einen Tipp für einen langen aber sehr lesenswerten Artikel über die Klimadiskussion und das Versagen der Medien, die eigentlich selbstverständliche Faktenprüfung wahrzunehmen. Die hierdurch entstehende Propagandaschlacht hat leider nicht viel mit einer sachlichen und faktenbasierten Diskussion zu tun: “Die Medien schätzen Menschen, die provokante Aussagen machen, auch wenn sie unbelastet von jeder Sachkenntnis sind.” Geschrieben ist der Artikel von Stefan Rahmstorf, einem der Leitautoren des 4. IPCC-Klimaberichts.

19. July 2006

…like it’s 1999

Wow, das sowas wie ComBots noch möglich ist hätte ich nicht gedacht. Ich will über das Projekt selbst keine langen Worte verlieren, wer (so wie ich bis heute abend) nicht weiss worum es geht, dem empfehle ich Julian oder Gerrit, die schreiben oder verlinken eigentlich alles, was es dazu zu sagen gibt.

Ich will auch gar nicht genau darauf eingehen, warum davon auszugehen ist, dass das Konzept scheitert. Das tun momentan eine ganze Menge andere Blogger. Oder warum der Ansatz von iChat und ähnlichen Clients in Sachen Usability einen wesentlich besseren Weg darstellen.

Stattdessen möchte ich auf ein interessantes Phänomen hinweisen, das in der Sozialpsychologie “Group Think” genannt wird: Unter bestimmten Voraussetzungen können Gruppen, die durchaus aus (hoch)intelligenten und vernunftbegabten Mitgliedern bestehen paradoxerweise völlig irrationale Entscheidungen treffen.

Ich kann es nicht besser erklären als es die Wikipedia in ihrem entsprechenden Eintrag beschreibt. Wenn man sich dieser Vorgänge bewusst ist, wird man erstaunt feststellen, wie stark Wirtschaft und vor allem Politik von ähnlichen Entscheidungsprozessen (fehl-)geleitet werden. Und für alle Dresdner Studenten: Die Group-Think-Vorlesung in Sozialpsychologie II gehörte zu den interessantesten und aufschlussreichsten Vorlesungen, die ich in meinem Studium gehört habe, und ich kann sie jedem nur weiterempfehlen…

17. March 2006

“Sie sind Showmaster – mit so einem Gesicht?!”

Falls sich noch jemand (wie ich) länger von der Arbeit abhalten lassen will: Die Süddeutsche Zeitung hat heute ein sehr langes und sehr gutes Interview mit Rudi Carrell. Lesebefehl ! :-)

9. February 2006

Werben für den Weltfrieden

Die kostenlose Werbung für Non-Profit-Organisationen ist ein Gebiet, in dem viele Werbeagenturen ihre Kreativität endlich einmal ohne Beschränkungen ausleben dürfen. Houtlust ist ein Weblog, dass sich mit dieser Form der Kommunikation beschäftigt. Auf niederländisch, aber man versteht es trotzdem, denn die Anzeigen kommen aus aller Welt. So wie dieser grandiose Spot für Amnesty International.

11. September 2005

Das beste Interview aller Zeiten

Das beste Interview aller Zeiten hat die Taz mit Harry Rohwolt geführt.

(Zum Vergleich: Die langweilige Langfassung hat Claudia Roth abgeliefert. Wers mag.)