And… We’re live
Heute ist Bescherung: Das iPhone kommt. Es gibt definitiv nichts darüber zu schreiben, was nicht schon überall woanders zu lesen wäre, also werde ich mich hier auf ein anderes Thema konzentrieren, das aber immerhin mit dem Launch-Ereignis zusammenhängt:
Seit einiger Zeit zeichnet sich ein Trend ab, der jetzt in der Berichterstettung zum iPhone-Launch ihren ersten Höhepunkt erreicht: Live-Internet-Fernsehen.
Was Youtube für Videoaufzeichnungen ist, versuchen eine ganze Menge Mitbewerber für Livevideo zu sein: Das sieht meistens aus wie bei ustream.tv, momentan dem größten und beliebtesten dieser Unternehmen. Das Pirnzip ist einfach: Alles, was vor der Kamera stattfindet, wird so wie es ist ins Internet übertragen und eins zu eins live verteilt. Meistens ist das Ergebnis sehr amateurhaft und langweilig, wovon man sich einfach überzeugen kann.
Der Ansatz von Mogulus geht in eine andere Richtung, und beim iPhone-Launch zeigen sie auf iphonelaunch.tv was sie können: Sie statten den User nicht nur mit der Möglichkeit aus, das, was ihm vor die Linse läuft Live im Internet zu verbreiten, sondern geben ihm alles Werkzeug in die Hand, das normalen Fernsehstationen zur Verfügung steht: animierte Einblendungen, die Möglichkeit Aufzeichnungen einzubinden, Schnitt zwischen mehren Live-Bildquellen, verteiltes Arbeiten an mehreren Rechnern, und so weiter.
Was dabei herauskommt, ist erstaunlich: Eine Sendung, die zwar auch nicht ohne Längen ist, aber live hin- und herschaltet zwischen dem Applestore in Soho und 5th Avenue in New York, ein Studio mit Moderatoren und Studiogästen hat und Schaltungen per Skype in alle Welt vornimmt z.B. zu StuffMC hier in Deutschland. Dass Entfernungen keine Rolle mehr spielen, wurde selten so eindrucksvoll demonstriert wie hier.
Allerdings: In dieser Minute, in der ich das hier schreibe, wird das Über-Telefon gerade unter die ersten Käufer gebracht, und da ist das System unter der Last von fast 1200 gleichzeitigen Zuschauern leider zusammengebrochen.
Dennoch ist das, was wir hier sehen, die Geburtsstunde eines neuen Mediums: Live, unmittelbar und praktisch kostenfrei können normale Leute mit professionellen Mitteln live und gemeinsam eine Sendung machen. Da werden keine Satellitenverbindungen gebucht, keine Korrespondenten bezahlt, und kein teures Studioequipment angeschafft. Denn die Verbindungen sind kostenlos, die Leute sowieso vor Ort und das Equipment ist im eigenen Rechner oder im Netz.
Wenn ein System wie dieses seine Kinderkrankheiten überwunden hat und ermöglicht, zuverlässig aus einzelnen Videoquellen ein Programm zu machen, dann hat das durchaus Potential. Gerade bei Großereignissen und Katastrophen. Die herkömmlichen 24/7-News-Networks haben da einiges an Konkurrenz zu erwarten.
das hat sich eben echt sehr interessant angehört im café . werde mir das die tage mal in ruhe ansehen. danke!