Voratsdatenspeicherung
Die Vorratsdatenspeicherung ist ein leidiges Thema. Irgendwie wurde darüber bisher alles gesagt, und wie viele andere Sicherheitsthemen ist auch dieses unsagbar langweilig.
Leider ist es auch unsagbar wichtig. Denn der Eingriff in die Privatsphäre, der damit verbunden ist, ist enorm. Kai Raven fasst gut zusammen, was da überhaupt alles aufgezeichnet und gespeichert werden soll:
- Deine Telefon- bzw. Handynummer, die im Falle von VoIP die SIP-Nummer wäre und die aller Freunde und Freundinnen, Bekannten, Arbeitskollegen, Schul- und Studienfreunde und anderer Personen, mit denen Du per Telefon, Handy und VoIP sprichst und zum Beispiel SMS austauschst. Benutzt Du VoIP, auch Deine jeweilige IP-Adresse.
- Wann und wie lange Du mit Deinen Kontakten kommunizierst. Welche Übermittlungsdienste Deines Telefonieanbieters Du benutzt.
- Deinen ungefähren Aufenthalt und den Deiner Kontakte über die Funkzellen, wenn Du mit dem Handy unterwegs bist.
- Die IMSI und IMEI Nummern der verwendeten Handys
- Deine E-Mail und IP Adresse sowie Kunden- und Kontendaten bei E-Mail Dienstenanbietern, die E-Mail Adresse aller Empfänger, an die Du E-Mails versendest.
- Jeweils wann und wie lange Du E-Mails versendest
- Generell immer die IP Adressen, die Dir von Deinem Internetzugangsprovider zugeteilt werden
- Wann und wie lange Du über Deinen Internetzugangsprovider ins Internet gehst
Dass diese Daten, wenn sie denn einmal gesammelt worden sind, nicht nur für die vorgesehenen Zwecke genutzt werden können, sollte klar sein. Von kriminellen oder durch (Wirtschafts-) Spionage motivierten Nutzungen einmal abgesehen: Das Schielen der Politiker auf die Daten der Mautstationen, die ja “nur, und ganz bestimmt ausschließlich zur Abrechnung von LKWs” gedacht waren, spricht Bände.
Am Ende gilt, wie immer: Das Leben ist riskant. Hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben. Sind wir wirklich bereit, große Teile unserer Freiheiten abzugeben, für ein solches unerreichbares Ziel?
Dass unsere ach so tollen Politiker uns schon seit 2 Jahren heimlich online überwachen finde ich viel schlimmer. Im nachhinein, wo der BGH entschieden hat, dass dieses Vorgehen illegal ist wird mit allen Mitteln versucht, ein Gesetz durchzubringen, welches diese heimliche Online-Durchsuchung legalisiert.
Da kann ich gar nicht so viel essen wie ich kotzen könnt.