15. März 2007

Anleitung zum Fernsehkonsum

Ich habe an dieser Stelle schon einige Male über die “Daily Show” geschrieben. Doch die Show hierzulande zu sehen, war immer ein wenig ein Problem, wenn man nicht irgendwelche Torrents aus obskuren Quellen nutzen möchte. iTunes verkauft die Show hierzulande nicht (ich würde die 9.99 Dollar für 16 Shows sehr gerne bezahlen, Apple!), und Viacom, denen die Rechte gehören, strahlt sie auf keinem seiner Sender aus.

Doch seit dem Start des deutschen Ablegers von Comedy Central gibt es endlich eine Möglichkeit, die Show legal und ohne Downloadzeiten zu sehen. Es ist ein bisschen kompliziert, aber wenn mans einmal draufhat, geht es eigentlich ganz fix, und kann bequem in das morgentliche Frühstücksritual zwischen “Kaffeemaschine anschalten” und “Dinge aus dem Kühlschrank holen” eingebaut werden:

18. Mai 2007 10:03 | Martin Fickinger

Anderer Blickwinkel:
Dass Werbung so offensichtlich mit dem Bedürfnis nach Befreiung aus Abhängigkeiten operiert, zeigt wie unfrei wir tatsächlich sind. Die persönliche Gefangenschaft ist ein zentraler Mangel unserer Tage. Denken Sie darüber mal nach: Wir sind aufgeklärt, wir sind überzeugt, wählen zu können, was wir wollen und dennoch fühlen wir uns unfrei. Sind wir tatsächlich freier als zu anderen Zeiten der Geschichte oder hat lediglich die Art der Diktatur sich verändert und es wird einfach nur unbemerkter regiert?

Wir haben die Auswahl in unserem Dasein und empfinden die Möglichkeit unter vielen Alternativen zu wählen als normal, weil wir damit aufgewachsen sind und mit dem Zustand der Unfreiheit nur selten konfrontiert wurden. Statt aber wirklich zu leben, operieren wir häufig nur im beschränkten Raum unserer Konsummöglichkeiten. Wir wählen oftmals lediglich zwischen verschiedenen Möglichkeiten des Konsums und fühlen nur noch gelegentlich die tiefe Stumpfheit unseres Daseins in dem Gefühl von Langeweile und latenter Bedrücktheit. Wir haben vergessen, dass uns das Konsumieren nur vormacht, frei und glücklich zu sein. Unkontrollierter Konsum hält uns durch die Vorspiegelung eines begeisterten Daseins nur davon ab, wirklich glücklich zu werden. In unseren Konsumritualen empfinden wir für eine Zeitspanne scheinbar Glück und Lebendigkeit, um dann wieder in eine triste Realität zurückzufallen. Im Grunde befriedigt uns der Konsum aber nicht wirklich, sondern verdeckt lediglich den Schmerz über die Abspaltung von unserer eigenen Entwicklung für eine Zeit lang. Unser Leben bewegt sich dann nur im Teufelskreis von Niedergeschlagenheit und dem Rausch im Konsumerlebnis. Die Folgen übersteigerten Konsums sind körperliche Schäden und psychische Unausgewogenheit. Konsum als Ersatz für wirkliches Erleben macht krank und lähmt. Krankheiten sind der Ausdruck des zivilisierten Organismus gegen die falschen Rituale im Denken und Handeln. Obwohl wir heute alle Möglichkeiten haben, unser Leben zu wählen, sind große Teile unserer Gesellschaft offensichtlich nicht mehr in der Lage diese Chancen zu nutzen.

Herzliche Grüße

http://www.bistdufrei.de

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