28. January 2006

Daniel Johnston

Daniel Johnston kann nicht gut singen. Er beherrscht auch kein Instrument besonders virtuos, aber es reicht. Es reicht um die Songs, die er in seinem Kopf hat, heraus in die Welt bzw. in einen alten Kassettenrecorder zu bringen, und bei seinen Freunden zu verteilen. Johnston ist manisch-depressiv, seine Songs sind voller Schmerz und Schönheit sie sind einfach, eingänglich und echt. Als er 19 war, wollte er gerne bei den Beatles spielen, stattdessen landete er in Austin, Texas, wo er begann seine Musik im örtlichen Plattenladen zu verkaufen. Und seine Tapes gehen herum: Wer seine eingängigen, verschrobenen, und genial getexteten Songs hört, den lassen sie nicht mehr los. Die Kassetten werden weitergereicht, erreichen gar MTV, die eine Reportage über ihn drehen, und mit dieser Reportage kam der Erfolg.

Doch Genie und Wahnsinn liegen wie so oft eng beisammen, und bei Daniel Johnston vielleicht enger als bei vielen anderen: Der plötzliche Erfolgsdruck trieb ihn weiter in die Depression, bis Atlantic Records, bei denen er in der Zwischenzeit unter Vertrag war, die Zusammenarbeit aufkündigte, und der sonst extrem produktive Musiker sieben Jahre kein Album mehr herausbringen konnte.

Zahlreiche einflussreiche Musiker zählen zu seinen Fans (Kurt Cobain trug beispielsweise bei den MTV-Awards 1992 sein T-Shirt), die Liste der Bands, die seine Musik covern ist lang: Beck, Wilco, Sonic Youth, Yo La Tengo, Nina Persson von den Cardigans, Zwan und Pearl Jam spielen seine Kompositionen, David Bowie verschafft ihm Festivalauftritte.

Ich habe ihn vor einigen Jahren bei einem seiner seltenen Konzerte erleben dürfen, denn den sehr von seiner Krankheit gezeichneten Mann verschlug es ausgerechnet in den halbvollen Dresdner Starclub. Es war ein seltsamer Auftritt, wie ich ihn noch nie erlebt habe: Der in sich gekehrte Daniel Johnston saß vor seinen Instrumenten und spielte in einer fast autistischen Weise seine Musik – für sich. Nicht für das Publikum; wir standen da und durften ihn fasziniert dabei beobachten. Man fühlte sich dabei ein bisschen unwohl, da man das Gefühl hatte, etwas zu beobachten, das zwar schön, aber irgendwie nicht für die Beobachtung vorgesehen war, und schwankte zwischen Mitleid und Bewunderung. “Most songwriters would have given anything to have written one song as good as any Daniel Johnston tune, and he has hundreds” sagte Dean Ween von derBand “Ween” (“Buenas tardes, amigos”).

Jetzt gibt es einen Kinofilm über Daniel Jonston, hier ist der Trailer. Ich hoffe er kann mit dem damit verbundenen Ruhm umgehen, verdient hat er ihn.

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