Zurück aus der Zukunft
Das letzte Wochenende verbrachte ich beim RöllNet2005 genannten “Zukunftskongress” mit 25 durchweg netten, sympathischen und intelligenten Bloggern, nur um hinterher noch drei Tage in Berlin mit weiteren durchweg netten, sympathischen und intelligenten Bloggern zu verbringen. War toll, danke an Martin Röll für die perfekte Organisation, die Knallgrauen für Sponsoring, Wein Bier, Weib und Gesang Gitarrespielen, Matthias und der Designbrüderschaft für Unterkunft, Christian, Ivo, Ben, natürlich Gerrit und den vielen Teilnehmern vom Wochenendkongress, die ich (wie die vielen, die ich vergessen habe) hier nicht aufzählen kann für ne coole Woche. Fast hätte man meinen können “flickrn” sei ein normales deutsches Wort ;-)
Hier ein paar unvollständige und völlig unzusammenhängende Notizen:
- Es ist möglich 2 volle Tage mit 25 extrem unterschiedlichen Leuten an einem Tisch sinnvoll zu diskutieren. Wow.
- Daran, dass Social Software groß ist/wird besteht bei niemandem Zweifel. Ansonsten: Wikis sind Nischenprodukte, Weblogs nicht, RSS erst recht nicht, OpenBC ist tot, Flickr ist großartig und del.icio.us entweder überschätzt oder grandios, je nachdem wen man fragt.
- Achja, falls jemand nen Überblick über das haben will wovon ich hier schreibe: Mario Sixtus hat’s in der Zeit zusammengefasst.
- Problogging (= bezahlt werden fürs bloggen) erfordert ungeahnten Aufwand an Planung und Strategie um bewältigt zu werden.
- Ruby on Rails ist ein sehr seltsames Phänomen. Es ist eigentlich zu neu um schon groß zu sein, immerhin gibt es noch keine richtig große Anwendung, die damit programmiert wurde. Trotzdem gibt es einen Riesenwirbel darum, und jeder der sich damit auskennt, ist überzeugt, dass das “the next big thing” in Sachen Webprogrammierung wird. Ich kenn mich damit noch nicht aus, deswegen bin ich auch noch nicht überzeugt, aber die Stärken von Ruby on Rails scheinen genau das zu beinhalten, was ich an Cocoa so mag: gute Objektorientierung, starke Ausrichtung an den wirklichen Bedürfnissen des Programmierers durch ein sehr mächtiges Framework, und strikte Einhaltung des MVC Prinzips. Und die “More Joy, less Code”-Philosophie find ich auch sehr sympathisch.
- Von weltweit 124 Benutzern von Plazes die am Wochenende online waren saßen 6 im Café Neustadt. Hm.
- Das Café am neuen See in Berlin ist echt nett und hat gute Pizza, der Sushimann in der weissen Gasse in Dresden ist auch nett, und war für mich als Sushinichtkenner auch lecker, die IFA war laut und langweilig (große Fernseher, na toll…), das Café Orange in der Oranienburger Straße in Berlin (gleich neben der Synagoge) hat gutes Frühstück. Und Tante Elli im Wedding kocht auch gut.
- Wenn man an der Elbe an einem der offiziellen Plätze grillt, kommt auch gleich die Polizei vorbei um zu sehen ob man eine Genehmigung hat, und ein Fuchs, um zu sehen ob man Fladenbrot stibizen kann.
- Wenn plötzlich dicker schwarzer Rauch hinterm Kongresszentrum hervorquillt, kann es nützlich sein darüber nachzudenken, ob man nicht erst zum Telefon, und dann zur Kamera greift.
- Das Wort “bloggen” ist wie das Wort “schlumpfen”. Man kann es zweimal in jeden Satz einbauen, und wenn man zu dritt zum Friseur geht, dann hören sich die beiden Wartenden ungefähr so an: “murmel blog murmelmurmel bloggen murmel blog murmel blogblog murmelmurmel blog”.
- Die Öffentlich-Rechtlichen und vor allem die Tagesschau ist auf dem richtigen Weg, was den Einsatz von Technologien wie RSS, Podcasting und das Internet im Allgemeinen angeht. Sehr gut, das ist nicht selbstverständlich…
- Peter F. Drucker hat ein paar interessante Dinge zur “Wissensarbeit” aufgeschrieben, da würde ich gern mehr drüber erfahren, und Sinusmilieus sind ein interessantes Konzept in der Marktforschung.
Martin hat ein paar Dinge dazu geschrieben, unter anderem hier und hier. Generell lässt sich meiner Meinung nach feststellen, dass die “Qualität” der Verbindungen im OpenBC nicht der in der realen Welt entspricht, und daher auch nur schwer auf diese übertragen werden können. Das liegt teilweise an OpenBC und teilweise an Social Networking Tools im allgemeinen.
Wieso ist openBC nun also tot? Darauf habe ich weder in diesem, noch in Sixtus’ Artikel eine Antwort gefunden.