10. August 2005

Cocoa an der TU Dresden

Martin Ott, und die zwei anderen CodingMonkeys haben an der TU München einen interessanten Vortrag gehalten über die Entstehung von SubEthaEdit und Cocoa-Programmierung im Allgemeinen. Zusammen mit Will Shipley’s Vortrag ein für Informatiker (und nicht nur die, die einen Mac benutzen) sehr interessanter Einblick, wie die Welt der Softwareprogrammierung funktionieren könnte.

Könnte? Ja, wie Frank richtig bemerkt, beschäftigen wir uns an der TU Dresden hauptsächlich mit Techniken die doch reichlich “unsexy” sind. Und damit ist nicht nur Java gemeint, das hat viele gute Seiten, aber hat von euch schonmal jemand “Toolbook” benutzt? Nein? Seid froh. Von den Professoren und Mitarbeitern hat meines Wissens leider niemand Ahnung von Cocoa-Programmierung auf dem Mac (bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege!). Und unter den Studenten sind leider Kenntnisse um Cocoa und dessen Möglichkeiten sehr selten vorzufinden, obwohl viele Macs benutzen.

Mir persönlich machen Objective-C und Cocoa viel Spaß beim Programmieren, etwas, was ich von den anderen Sprachen, die ich probiert und gelernt habe, nicht in dem Maß behaupten kann. Apples Frameworks sind mächtig, oft ;-) sehr sauber und logisch programmiert, und führen schnell zu guten Ergebnissen. Viele OSX-Programme sind nicht nur innovativer und feature-reicher als ihre Pendants unter Windows, soweit es sie denn gibt, sondern sie sehen auch noch besser aus. Auffällig ist dabei, dass sie offenbar mit wesentlich weniger Aufwand programmiert werden. Will Shipley behauptet mit einem Zehntel. Er mag Recht haben: Viele große Apps werden teilw. von Einzelpersonen oder kleinen Teams programmiert (NetNewsWire, Delicious Library, SubEthaEdit,...), und OSX hat das Windows-Rindviech, was nächstes Jahr kommt, schon jetzt um Jahre überholt, obwohl Apple’s Team um ein vielfaches kleiner ist als das von MS. Dashboard wurde beispielsweise von zwei Leuten programmiert! Und alles was man zum Entwickeln braucht, ist völlig kostenlos, Mac natürlch vorausgesetzt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich denke die Mac-Verbreitung und auch das Interesse unter den (Medien-)informatikstudenten hat eine kritische Masse erreicht, um ein kleines Experiment zu wagen. Ich glaube, dass es möglich ist, hier eine kleine Gemeinde von Mac-Entwicklern zu etablieren, die irgendwann auch dazu fähig sind, so coole Sachen wie SubEthaEdit hervorzubringen, und dass es bisher vor allem an zwei Dingen scheitert:

Zuerst die fehlende “Community”. Nichts ist besser beim Programmieren, als Leute zu kennen, die mit den Problemen, die sich so stellen, vertraut sind, und die in der Nähe und nicht nur über das Internet zu erreichen sind. Mit denen man ein Bier trinken kann, anstatt nur Mails auszutauschen. Und Professoren die z.B. Übungsaufgaben und Praktika in Cocoa zulassen. Die Leute zusammenzubringen, die an Cocoa-Programmierung interessiert sind, ist der erste Schritt hierzu.

Das zweite ist der richtige Einstieg. Das geht über Bücher (Cocoa Programming for MacOSX von Aaron Hillegass ist hier recht eindeutig das beste), und dafür zu sorgen, dass die SLUB diese Bücher hat, ist ein guter Anfang. Viel besser ist es jedoch so etwas persönlich zu erfahren. Da die Uni hier wohl nicht weiterhelfen kann, müsste so etwas studentisch organisiert werden. Ich würde mich dazu anbieten, eine Einführung in Objective-C und Cocoa-Programmierung zu geben, oder auch generell über OSX und dessen Aufbau/Schnittstellen zu erzählen. Von da aus sehen wir dann weiter.

Wer Lust hat teilzunehmen oder etwas beizusteuern, der kann diesen Eintrag kommentieren oder mir eine Mail schreiben an cocoa (at) poetsch (punkt) org.

Let’s get things started!

10. August 2005 23:21 | stefan

sehr gute idee,

hab dir ja schonmal gesagt, dass ich mich sehr gerne näher damit beschäftigen würde, es mir nur etwas an der zeit fehlt.

ich bin auf jeden fall dabei! wie wärs anfang des neuen semesters? da sollten die meisten studenten dann auch wieder im lande sein.

10. August 2005 23:34 | frank

Ich wäre von Anfang an dabei und würde tatkräftig mit unterstützen/organisieren wo ich nur kann!

Dein Angebot über’n Crashcours Cocoa/Objective-C würde ich natürlich dankend annehmen! :) Glaube ich, auch dringend notwendig. :/

Der Hillegass steht bei mir zwar angefangen im Regal, aber aufgrund von fehlender Motivation, bzw. Mitstreitern mit denen ich fachsimpeln, mich austauschen, nachfragen kann, etc pp. hab nie richtig was (fertig) gemacht. Bzw. jetzt schon wieder die Hälfte vergessen, vom gelesenen.

“Damals” hatte ich gar ein richtig schönes Projekt gefunden, was halb tot war, jetzt immernoch sein sollte, was sich meiner Meinung auch noch lohnt es zu reanimieren. Der/ein nativen Tetrinet-Client für OSX.

11. August 2005 21:52 | Florian

Auch wenn ich keinen Mac habe, würde ich mir die Einführung in Objective-C und Cocoa auf jeden Fall gerne anhören :)

Viele Grüße!

16. August 2005 14:02 | Matthias Lange

Also ich würde einen solchen Schritt begrüßen und aktiv unterstützen. Ich habe neben einiger Erfahrung mit Cocoa und Objective-C auch Erfahrungen mit dem IOKit und Treiberentwicklung unter OS X.

Prof. Pfitzmann verwendet ja einen Mac, vielleicht kann man ihn für die Unterstützung von Aufgaben in Cocoa und Objective-C gewinnen. Ich denke dabei z.B. an das Komplexpraktikum Kryptographie welches zahlreiche Programmieraufgaben in Java hat.

Gruß,

Matthias.

18. August 2005 21:16 | Philipp

Moin,

wäre sehr interessiert – werde mich die Tage, wenn ich mal etwas Luft habe mal per Mail bei Dir melden.

Gruß, Philipp.

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