Aus der Reihe “Leute, die Dinge besser aufschreiben als ich es könnte”
Heute: Anke Gröner. Ich kann ihr nur hundertprozentig zustimmen und hoffe dass es der eine oder andere Abgeordnete vor der Abstimmung liest.
Update: Wer neu bei der Thematik ist, findet hier mehr Informationen
Eine Zensur findet vielleicht nicht statt
Heute war wieder so einer dieser Tage, an dem ich mit einem Kopf voller Ideen für einen neuen Blogpost vorm Rechner saß, nur um wieder festzustellen, dass das jemand anderes schon geschrieben und dabei besser formuliert hat, als ich es hier je könnte. Normalerweise endet sowas dann in einem Tweet…
Die Debatte um die Einführung einer Zensurinfrastruktur im Internet ist aber etwas, zu dem ich unbedingt etwas schreiben muss, denn sie ist leider kein Thema verwöhnter Geeks, denen man ihr Lieblingsspielzeug wegnimmt. Vielmehr kann dieses Gesetz ohne Übertreibung als ein gefährlicher Angriff auf die Grundsätze unserer Demokratie angesehen werden. Was an diesem Donnerstag unter dem medienwirksamen (aber völlig irrealen) Vorwand, etwas Wirksames gegen Kinderpornographie zu tun, verabschiedet werden soll, stellt zwei Kernbestandteile unserer Demokratie zur Disposition: Die Gewaltenteilung und die Freiheit von Zensur.
Sicher, die vorgeschobenen Motive scheinen edel: Wer will nichts gegen Kinderpornographie im Internet unternehmen? Dass das auf diese Weise Blödsinn ist, da diese Verbrechen nicht da stattfinden oder verbreitet werden, wo diese Sperren ansetzen, muss ich hier nicht ausführen, das lässt sich überall nachlesen. Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, wie in der großen Koalition gerne behauptet wird, sollte den versammelten Juristen im Bundestag auch klar sein. Was in der realen Welt verboten ist, ist es im Internet auch. Und gerade kommerzielle Anbieter mit Webseite (und nur bei denen würden Sperren die eigentliche Tat verhindern) sind schon von Natur aus nicht anonym. Deswegen gibt es sie auch nicht. Kommerzielle Kinderpornographie findet vielmehr auch heute schon da statt, wo diese Sperren nicht wirken würden. Was da hingegen wirkt, ist schlicht und einfach eine gut ausgebildete und ausgestattete Polizei.
Die Politik jagt einem Phantom her, und versucht es mit einer völlig unangemessenen Beschneidung elementarer Grundrechte zu bekämpfen. Hier wird eine rote Linie überschritten, die in einer funktionierenden Demokratie niemals Teil einer Verhandlungsmasse im täglichen politischen Geschacher sein darf. Denn egal wie man wenig man sie einsetzt oder wie man sie kontrolliert, mit dem Aufbau einer Infrastruktur zur Zensur des Internets wird ein Weg beschritten, der in einer freiheitlichen Gesellschaft tabu sein sollte.
Nicht zuletzt das aktuelle Beispiel des Iran zeigt uns, wie wichtig die freie Kommunikation in neuen Medien ist. Klar hat ein unreguliertes Medium eine Menge Schattenseiten. Aber wir können sie nicht ändern, mit keiner denkbaren Sperrtechnologie, Fortschritt in oder her. Wir werden damit leben müssen. Und wir leben damit gar nicht schlecht: Es gibt gar nicht so viele “böse Dinge, die aus dem Netz kommen” da draussen, wie einem weisgemacht wird. Die Statistiken, gerade bei Kinderpornographie und Gewalt sprechen eine andere Sprache, sie zeigen sogar einen Abstieg. Und unter den vielen guten Dingen, die ein unzensierbares Medium ermöglicht, ist in Zukunft neben kostenlosen Videochats, Bücherkauf und Büroblödsinn vielleicht sogar so etwas wie ein freier Iran.
Ich mag vielleicht zu viele netzaffine Menschen kennen. Aber wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue, bin ich überrascht und erfreut, wie viele Leute, die bisher völlig unpolitisch waren, durch diese Debatte plötzlich anfangen politisch aktiv zu werden. Und ich bin erschreckt, wie sie sich voller Abscheu von den etablierten Parteien abwenden, die in dieser Thematik vollständig beratungsresistent, ignorant und unverschämt wider besseres Wissen handeln.
Doch zurück zum Anfang: Natürlich hat das alles jemand wieder viel besser aufgeschrieben als ich es könnte: Torben Friedich, 22-jähriges Noch-SPD-Mitglied. Hier sein offener Brief in voller Länge, den er auf seinem Blog veröffentlicht hat:
Liebe Genossinnen und Genossen,
mein Name ist Torben Friedrich, ich bin 22 Jahre alt und seit fast vier Jahren Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.
Vier Jahre, die für einen 22-jährigen bedeuten, daß er bereits als Jugendlicher politisch aktiv war und mit 18 auch politische Verantwortung übernehmen wollte.
Ich war seit jeher der festen Überzeugung, daß in einer gerechten und demokratischen Gesellschaft die Werte Solidarität, Gleichheit und Freiheit unerläßliche Bestandteile sind, die nie ihre Gültigkeit in einer Gemeinschaft verlieren können, die auf Vernunft und Gemeinwohl aufgebaut ist.
Mir war auch stets bewußt, daß diese Werte keine Selbstverständlichkeit sind, sondern daß in einer sich stetig weiterentwickelnden Gesellschaft um sie ständig gekämpft werden muß.
Meine Überzeugung war es, daß die SPD diesen Kampf am energischsten führt und ich wollte sie in ihrem Bestreben tatkräftig unterstützen.
Heute, am 17.06.2009, wird mir bewußt, daß ich mich möglicherweise getäuscht habe.
Ich vertrete eine Generation, die vollständig mit digitalen Medien aufgewachsen ist, mehr noch, eine Generation, die den Wechsel von analogen zu digitalen Medien nicht bewußt erlebt hat.
Das bedeutet, daß ich bereits seit der Grundschulzeit mit Eltern, Lehrern und Freunden auf digitalem Wege kommuniziert habe, entsprechende Lehrpläne waren bereits um Jahre veraltet.
Mit meinem Eintritt in der SPD war mir bewußt, daß bereits unter rot-grüner Regierung eine Politik betrieben wurde, die nicht den Ansprüchen einer digitalen Gesellschaft genügte. Dies wollte ich ändern.
In den vergangenen vier Jahren der großen Koalition konnte ich jedoch noch weniger Hinwendung zu unserer Generation und ihrer speziellen Belange feststellen, weder in der SPD, noch in anderen etablierten Parteien.
Dennoch habe ich mich seit Beginn des Jahres in besonderem Maße politisch engagiert und stellte mich sogar für die Bundestagswahl auf der Landesliste Niedersachsen als Kandidat zur Verfügung.
Ich sah seit Jahresbeginn, wie die große Koalition die gesamte Lebensweise meiner Generation in Frage stellte und massiv bekämpfte. Für meine Generation völlig selbstverständliche Freizeitaktivitäten, von einzelnen Computerspielgenres bis hin zu sportlicher Betätigung wie Paintball sollten verboten werden. Mitglieder von Schützenvereinen hingegen, die zu Hause mit Kriegswaffen hantieren, blieben unbehelligt und durch die große Koalition protegiert.
Dies sind jedoch geradezu vernachlässigbare Auswirkungen eines seit langem bestehenden Generationenkonfliktes, der seit jeher die Probleme gesellschaftlichen Wandels widerspiegelt.
Was am morgigen Donnerstag von der großen Koalition und somit auch von meiner Partei beschlossen werden soll, hat nichts mehr mit einem erklärbaren Unverständnis zwischen zwei unter verschiedenen Verhältnissen aufgewachsenen Generationen zu tun, sondern verletzt das Rechtsempfinden von vielen Bürgern jeglichen Alters.
Morgen wird der Bundestag einen Gesetzesentwurf zur Abstimmung bringen, der zwar zur Bekämpfung eines brisanten Problems – Kinderpornographie im Internet – dienen soll, dabei jedoch jegliche Grundsätze der rechtsstaatlichen Verhältnismäßigkeit verletzt.
Das Gesetz sieht vor, Kinderpornographie im Internet nicht zu entfernen, sondern nur zu verdecken, um es Konsumenten dieses menschenverachtenden Materials zu erschweren, dieses zu betrachten. Dieses Gesetz verlangt perfiderweise, das zu tun, was den Mißbrauch der Kinder zum zweiten Male noch schrecklicher macht: Wegzusehen.
Wegsehen bedeutet in unserer Gesellschaft nichts anderes, als das Geschehene zu tolerieren. Ich jedoch als 22jähriger Bundesbürger sehe bei jeder gesperrten Seite, die mit einem Stoppschild verdeckt wird, das Versagen unseres Rechtsstaates, da er nicht in der Lage war, dieses Verbrechen effektiv zu bekämpfen, sondern auf ein Mittel zur Zensur zurückgreifen mußte.
Dies birgt die größte Gefahr im morgen zu verabschiedenden Gesetz: Die Erklärung unseres Staates, gegen Rechtsverletzungen machtlos zu sein.
Wo wird die Grenze gezogen?
Noch endet die Sperre bei Kinderpornographie. Ein abscheuliches Verbrechen. Doch wann wird der Staat auch vor weniger schweren Rechtsverletzungen kapitulieren und keinen anderen Weg sehen, als lediglich die Darstellung wenig wirksam zu erschweren?
Hier wird eine Infrastruktur geschaffen, die zukünftigen Regierungen ermöglicht, Zensur zu betreiben.
Welche Inhalte werden dann möglicherweise als unerwünscht betrachtet werden? Tierquälerei? Gewalt? Volksverhetzung? Extremismus? Politische Opposition? Kritik?
Wo wird die Grenze gezogen?
Die Grenze muß meines Erachtens hier und heute gezogen werden, ohne ein solches Gesetz.
Wir dürfen den Kampf gegen solch schwerwiegende Verbrechen wie den Mißbrauch von Kindern nicht aufgeben. Wir müssen effektiv gegen Hersteller solchen Materials vorgehen, nicht gegen das Medium, auf dem es verbreitet wird. Mißbrauch geschieht in der Nachbarschaft, nicht im Internet.
Wenn die SPD als Teil der großen Koalition sich durch Zustimmung zu diesem Gesetzesentwurf eingesteht, daß eine effektive Bekämpfung durch unsere gegebenen gesetzlichen Möglichkeiten nicht erreicht werden kann, sehe ich keine andere Möglichkeit, als meine politische Aktivität anderweitig zu konzentrieren.
Wenn Zensur auf dem Rücken mißbrauchter Kinder durchgesetzt werden soll, wenn das Medium, das meinen Lebensalltag bestimmt und mitbestimmen wird, staatlicher Willkür ausgesetzt wird, wenn die SPD sich von meiner und von zukünftigen Generationen vollständig verabschiedet, bin ich nicht länger bereit, in dieser Partei mitzuwirken.
Die Werte der Sozialdemokratie trage ich weiterhin mit mir und werde diese auch zukünftig vertreten.
Wenn jedoch am morgigen Tage die SPD dieses Gesetz ermöglicht, werde ich der SPD den Rücken kehren.
Tritt das Gesetz in Kraft, trete ich aus der SPD aus und verabschiede mich von einer meiner Generation fremden Partei.
Hochachtungsvoll
Torben Friedrich
API-Wrapper for Soundcloud
I know I update this blog way to seldom. One of the reasons is – of course – work. And I am proud that I can now announce my first “serious” open source project, that Ullrich and me did for SoundCloud. It’s an API wrapper for SoundCloud that works on both the Mac and the iPhone, that handles oAuth as transparently as possible and can upload huge files that exceed the size of the iPhone’s memory. It supplies your app with progress information while doing so, and generally makes asynchronous REST-Requests really easy. We’re quite proud of it and can’t wait to see what you do with it :-) Here’s more Info…
Googles Betriebssystem ist ein Browser
Als das Web – und damit der Browser – entworfen wurden, war es eine Ansammlung von verbundenen Rechnern, auf denen Dokumente lagen. Der Browser springt von Dokument zu Dokument und zeigt diese an. Daran hat sich eigentlich bis heute nichts geändert.
Und doch – die “Dokumente” sind heute keine statischen Seiten mehr, sondern komplexe dynamische Applikationen. Der Browser, der von Dokument zu Dokument springt muss plötzlich sehr viel mehr tun als das: Er führt mittels Javascript komplexe Programme aus. Er verwaltet die Ressourcen des Rechners und bietet eine Umgebung, in der all diese Applikationen gemeinsam existieren. Kurz: er macht vieles, wofür ja eigentlich das Betriebssystem zuständig ist – und er macht es ziemlich schlecht. Denn sobald eine Applikation abstürzt, reisst sie den Browser und alle anderen Webapplikationen mit sich. Er verwaltet den Speicher ineffizient. Er ist langsam. Diese und viele andere Dinge würde man einem Betriebssystem kaum verzeihen, warum also dem Browser?
Lange wurde vermutet, Google baut ein “Betriebssystem”, um sich dieses Problems anzunehmen und um sich aus der Abhängigkeit von existierenden Plattformen zu lösen. Goole baut aber stattdessen einen Browser, der sich dieser Mängel annimmt, und der für seine Aufgabe als “Plattform für Webapplikationen” optimiert ist. Das Projekt, das heute an die Öffentlichkeit kam, heisst “Chrome”, und ist, wenn es seine Versprechungen erfüllt, ein ziemlich großer Wurf.
Wie das Ganze gedacht ist, und wie es technisch funktioniert erklärt Comic-Veteran Scott McCloud (!) für Google in einem der besten technischen Dokumente, die ich bisher gelesen habe. Jedem der ein wenig technisches Verständnis hat, sei die Lektüre wärmstens ans Herz gelegt, und wenn auch nur, um ein seltenes Beispiel genialer Technikerklärung zu sehen.
Morgen kann man “Chrome” dann ausprobieren, sagen Gerüchte. Ich bin gespannt.
Gernot’s Technology Watchlist
I thought for a very long time on writing a comprehensive post about upcoming companies, technologies, products and services that are still in their infancies but that have the potential to change the way we use technology in the future. Since I don’t have time to write that article now, I decided to do something like an annotated list instead. Maybe the big article on how we might use all this stuff in the future will follow later ;-) The stuff here appears in no particular order. Also, this is no investment advice, etc. Just a list of developments that I find interesting, and that has yet to reach its full potential. I will also add and delete stuff from this list in the future. So, here we go:
Intel’s Larrabee Chip
Graphics cards are extremely parallel beasts full of many very specialized cores for very specialized tasks. Intel’s approach is just as parallel, but not as specialized: Their Larrabee Graphics chip uses x86 cores. Just right for that other trend that will come from the hardware manufacturers: Using a lot of low-powered cores instead of one core with high clockspeed will allow more efficient devices with longer battery life. This can be used for very efficient number crunching outside of the graphics area. The only piece missing? An OS that supports fine grained parallellism in software and provides the right developer tools for making them. Take a Look at Apple’s Grand Central and OpenCL . And here is a Siggraph Paper about LarraBee
Imagination Technologies
This company designs mobile 3D chipsets that power a lot of mobile devices, among them the iPhone. They belong to the founding members of OpenCL, too. If mobile devices get more powerful and useful in the future, these are the guys behind it. This is their website.
OpenStreetMap
Until recently, amazingly unknown even to some people who are into mapping, this wil be the next “user generated” service that will really take off. Following the footsteps of Wikipedia, OpenStreetmap provides data of the geography of our planet, the way the very restrictive (and very expensive) companies Navteq and Teleatlas do. OpenStreetMap does it on a free (as in freedom) model, submitted by the users for the users. In the last month we’ve seen a huge explosion of content and an incredible increase in quality. Sure, it has not yet reached “critical mass” in all areas, but looking at their current progress, they will soon. The first commercial uses start to occur, too: Yahoo’s Flickr uses it to map Beijing. A surprisingly big company called Cloudmade will provide professional maps and services based on the OSM map. And once people start to use that data, a lot more people will contribute to the map. Once it’s in widespread use, it will be hard to beat it in terms of up-to-dateness and completeness. Sure it’s a long way to go, but they are currently going fast.
Perceptive Pixel
This is probably nothing new to most people reading this. Jeff Han is the pioneer in multitouch devices and applications, long before the iPhone used this technology. But because direct manipulation is the second most important game-changing idea in the industry right now (most important one is mobility), this is a company worth watching. They might have some very interesting patents up their sleeves… Perceptive Pixel Website
BTW, there is a lot of stuff not on the list and that is for a reason, too: Social Networks. Virtual Worlds. Put-Your-Life-In-The-Cloud services. That’s because I don’t think they will be that more important to the mainstream than they are now. Also not on the list are things that will emerge but have no technology/company/service with a visible killer concept behind them yet: The “Take your digital data and identity with you” device. The “Aggregate the stuff that is important and help the user with information overflow” software that adapts to the users situation. And a lot more. If you know something that fits on this list or have anything else to say on my highly subjective selection, please feel free to comment :-)
Komm, wir ziehen nach Berlin, denn da ziehen alle hin.
Wohnungen in Berlin zu finden ist total einfach. Niemand arbeitet da, das heisst also, dass man als jemand mit einem Einkommen total aus der Masse heraussticht, und einem Millionen günstiger Wohnungen offenstehen. Ausserdem gibt es eh mehr topsanierte Altbauten, als Einwohner, da jeder, der ein paar absetzbare Mark von der Steuer retten wollte, irgendein Gründerzeithaus in einem der total angesagten Szenekieze renoviert hat. Angebot und Nachfrage sind ausser Kraft gesetzt: Mysteriöserweise ist die Stadt, in die jeder will, noch immer billig dass es nur so kracht.
Irgendwie sieht die Realität anders aus. Berlin ist da noch billig und voller Auswahl, wo es nicht ganz so „angesagt“ ist. Wobei die „Angesagtheit“ relativ ist, und je nachdem variiert, wem man fragt. Neukölln und der Wedding sind irgendwie noch „out“, aber gerade „im Kommen“, aber das ist in Berlin alles irgendwie. Im Kommen. Nur man muss auch überall hinkommen, wo es gerade „im Kommen“ ist, und da ist eine zentrale Lage des Bezirks schon von Vorteil. Also doch FHain, XBerg, PBerg, Mitte. Und da hörts auf, einfach zu sein mit der Wohnungssuche.
Ich suche also eine Wohnung. In Friedrichshain, Kreuzberg, Prenzlauer Berg oder Mitte. Wo genau sieht man auf nachfolgender Karte. Zwei Zimmer. Altbau. Dielen wären schön. Laminat geht aber auch. Ein Balkon, denn den vermisse ich wirklich in meiner aktuellen Kölner Wohnung sehr. Eine Badewanne. Einbauküche wäre toll, ansonsten muss ich halt selber eine bauen. Wäre jetzt nicht so schlimm, aber es ist schon besser, wenn eine drin ist. 50 Quadratmeter sollte die Wohnung dann mindestens haben, mehr geht auch…
Inzwischen ist Berlin soweit, dass 10€/qm durchaus nicht ungewöhnlich sind, für oben beschriebene Wohnungen. Das war mal deutlich günstiger, gerade in den attraktiven Lagen. Und so zieht keiner aus: Wer sich auf einschlägigen Seiten umschaut, entdeckt unheimlich viele Wohnungen zur Zwischenmiete. Durchaus auch für drei Jahre. Seinen alten, noch günstigen Mietvertrag will keiner aufgeben. Was doch frei wird, ist sofort weg oder landet in den Händen eines Maklers. Bei dem darf ich dann 2 Monatsmieten + Mehrwertsteuer dafür zahlen, dass er mir und 45 anderen die Tür aufschließt. Dann erschwerend kommt dazu, dass ich nicht alleine suche. Meine halbe Followerliste bei Twitter sucht auch. Nach praktisch der selben Wohnung. In der selben Lage. In der selben Stadt. Ich möchte das gar nicht auf die Gesamtbevölkerung hochrechnen, aber soviel seht fest: Es sind viele.
All das wäre gar nicht so schlimm, wenn es vernünftige Wekzeuge gäbe, sich durch das immer noch große und unübersichtliche Angebot in Berlin zu wühlen, und das zu finden, nachdem man sucht. Denn ich bin überzeugt, dass es das gibt. Ich finde es nur nicht.
Denn zwischen mir und meiner Traumwohnung steht ein Cerberus unglaublicher Ausmaße und Bösartigkeit. Es ist die dunkle Seite des Internets, eine gigantische Informationsversteckmaschine – konstruiert um seine Nutzer zu verwirren, zu verblöden und zu verärgern. Immobiliensuchseiten ignorieren jede Grundregel der ergonomischen sowie der technologischen Vernunft. Sie blasen einem das enthirnte Geschwurbel unnötig ausführlicher Immobilienanzeigen in tausendfacher Wiederholung um die Ohren, so lange bis der Gesunde Menschenverstand aufgibt und die weiße Fahne schwenkend tatsächlich glaubt, dass Küchenfliesen „charmant“ sein können und die Erreichbarkeit des Alexa-Einkaufszentrums mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Auto ein Vorteil einer Wohnung ist.
Technologisch sind diese Seiten Machwerke, die dem unschuldigen Hirn 12jähriger Gymnasiasten anno 1998 auf dem Stand der damaligen Technik eingefallen sind. Dem, was der Nutzer inzwischen von modernen Web-„Applikationen“ gewohnt ist, widersprechen sie aufs Krasseste. Ich will bookmarken können, Seiten in neuen Fenstern oder Tabs öffnen. Ich will mich nicht ständig neu einloggen müssen, weil der Admin der Seite nicht weiss, wie moderne Benutzerauthentifizierung funktioniert. Ich will eine Menge Dinge, die überall selbstverständlich sind, ausser bei Immobilienseiten.
Eine Webapplikation zur Immobiliensuche, die die Bedürfnsse ihrer Nutzer respektiert wäre ein Durchbruch. Sie würde fast jedem, den ich kenne beträchtliche Mengen Frust ersparen. Sie würde von Millionen genutzt werden. Und es ist gar nicht so schwer, so etwas zu bauen. Die Prinzipien guter Usability und das technische Fundament, mit dem man so etwas umsetzen kann, werden in tausenden Webapplikationen heute erfolgreich angewandt.
Abseits der offensichtlichen Mängel, die sich grob in die Kategorien „Gesunder Menschenverstand“, „Respekt vor den Bedürfnissen und der Erwartungen der Nutzer“ und „Nur Leute mit Sachverstand dürfen an die Technik“ einsortieren lassen, habe ich ein paar Vorschläge was ich noch in so einer Plattform sehen möchte. Hier also die völlig freie und kostenlose Liste. Auf dass es jemand baut, der dabei von mir aus superreich wird und mir und meinen Ledensgenossen den Weg in den sicheren Wahnsinn erspart:
- Verbesserte Geographische Suche: Das wichtigste bei der Wohnungssuche ist der Ort. Warum unscharfe Bezirke, die jeder Wohnungsdienst anders definiert wie Berlin „Mitte“? Ich will Polygone auf eine Karte malen. Und dann Nachrichten erhalten, wenn innerhalb meines Bereichs eine Wohnung aufgetaucht ist. Was soll die Kreisrunde Suche „in 1 km Umkreis derXY-Straße“? Welche Stadt besteht aus kreisrunden Stadtteilen?
- Provision: Ich will die Suche auf provisionsfreie Wohnungen einschränken können. Die Zahl der Leute, die eine Seite aus Frust über unpassende Ergebnisse verlassen, durfte deutlich höher sein, als die Zahl der Leute, die aus Frust über schlechte Suchergebnisse 3 Monatsmieten Provision zahlen. Wenn sie Courtage zahlen, weil sie im provisionsfreien Angebot nichts finden, ist das eine andere Sache. Einfach die Option einbauen, provisionsfrei zu suchen, und anzeigen, dass zur aktuellen Suche noch XY Angebote mit Provision existieren. Dann will sich der Nutzer das aus Neugier anschauen, und wenn er etwas entdeckt, dass er ohne Provision nicht findet, zahlt er gerne.
- Bessere Suchkriterien: Man bietet eine lange Liste von Optionen an. Bodenbelag zum Beispiel: Teppich, Parkett, Laminat, Linoleum, etc. Man lässt die Leute auswählen: „Muss sein“, „Wäre schön“, „Egal“, „Geht nicht“. Man Filtert und sortiert die Ergebnisse entsprechend. Zeigt, wenn möglich noch beim Ankreuzen die zu erwartende Ergebniszahl. Man speichert diese Kriterien. Lässt suchen kopieren und modifizieren. Selbe komplexe Suche in einem anderen Bezirk? Klick zum kopieren, Klick zum Bezirkwechsel, fertig. Beide Suchen werden gespeichert.
- Karten: Warum ist es so schwierig, die Ergebnisliste sinnvoll auf einer Google Map darzustellen? Man kann auch in KML-Files exportieren, um die Wohnungen in Google Maps darzustellen. Ganz prima wäre auch eine Kartendarstellung der gemerkten Objekte.
- Tagging: Das ist jetzt nicht revolutionär, das hat inzwischen jeder Web2.0-Vorschuldienst. Warum nicht Wohnungsanbieter?
- Mehr Kontrolle: Manche Wohnungen will ich nie wieder sehen. Ich weiss, dass ich da nie einziehen werde, weil sie mir nicht gefallen. Das muss Ich dem System klarmachen können. Ich will ausserdem ganze Anbieter komplett ausschließen können.
- Realistische Use-Cases: Wenn ich eine Wohnung gefunden habe die mich interessiert, rufe ich an und mache einen Besichtigungstermin. Ich denke, so macht das jeder ich bin da nicht allein. Also was ist so schwer daran, auf diesen Prozess zu optimieren und ein paar Features einzubauen, die das unterstützen? Die Folgenden sind ein paar Vorschläge:
- VCard-Export: Damit ich den Kontakt in mein Telefonbuch übernehmen kann. Mit der URL des Angebots, der Telefonnummer, vielleicht einer Kurzbeschreibung und meinen Anmerkungen im Notizfeld, etc. Damit ich Kontakte, die nach 18 Uhr angerufen werden wollen auch nach 18 Uhr noch finde. Überhaupt: Kategorisierung nach „muss ich anrufen“, „habe ich angerufen“, usw. wäre sinnvoll.
- Besichtigungskalender: Wenn ich einen Termin ausmache, könnte ich doch gleich die Uhrzeit eintragen und fertig, oder? Man kann dann eine schöne Karte machen, damit ich sehe, wo ich hin muss. Oder einen Kalender. In der Mobilversion kann ich schnell die Adresse nachschlagen, bei der ich als nächstes einen Termin habe. Und ich kann den Kalender in iCal abonnieren.
Bitte, bitte baut so etwas. Für meine aktuelle Wohnungssuche wird es wohl hoffentlich zu spät sein, aber ich würde mich bei der nächsten wirklich freuen. Und wenn jemand von einer Berliner Wohnung weiss, die mich interessieren könne: Aus „Gernot“ und der Domain dieser Website besteht die Mailadresse unter der ich erreichbar bin.
The revolution will be… twittered?
So tweet no. 839088619 is a historic one. NASA actually uses Twitter to communicate the first contact with extraterrestrial water ice. And the rest of their @marsphoenix twitter account is pretty good too.
So radio waves showed us that mankind was able to launch a satellite into space with Sputnik, television brought the moon landing into our homes and now the proof that there is real water ice on Mars is twittered? Phew, the twitter staff should better get their servers working reliably, if they’re that important now…
Freelancing in a Nutcase
One of the projects I am doing as a freelancer is the mac syncronisation of Soocial (“because every successful web company needs two o’s”). Soocial manages your address book, and you can sync it with your phone via SyncML, with GMail, with Highrise and (that was my part) with your Mac. But nobody can tell it better than the guys from Soocial who explain it in a very unique way:
Hassle Free from Soocial on Vimeo.
Brits in Space
Wer noch eines Beweises bedarf, dass die Briten, nunja, manchmal etwas seltsam sind, aber ganz ganz großartiges Fernsehen machen, dem sei dieser Ausschnitt aus «Top Gear» wärmstens ans Herz gelegt :-) Ich möchte nicht zu viel verraten, man muss es sehen, um es zu glauben…
(DivX Codec wird benötigt)
Katzencontent mal anders
“The most creative way to use a cat as a weapon happened in World War II. The United States’ OSS (Office of Strategic Services, the precursor of the CIA) needed a way to guide bombs to sink German ships. Somebody hit upon the inspiration that since cats have such a strong disdain of getting wet and always land on their feet that if you attached a cat to a bomb and drop it in the vicinity of a ship, the cat’s instinct to avoid the water would force it to guide the bomb to the enemy’s deck. It is unclear how the cat was supposed to actually guide a bomb attached to it as it fell from the sky but the plan never got past the testing stages since the cats had a bad habit of becoming unconscious mid-drop.”
Mehr völlig kranke Waffentechnologien gibt es hier. Unglaublich, wie’s die Menschheit überhaupt so weit geschafft hat…
